Berliner Eingewöhnungsmodell

Eine kindorientierte Eingewöhnungszeit braucht einen verlässlichen Rahmen.
Wir gestalten deshalb unsere Eingewöhnung für die Kinder nach dem “Berliner Eingewöhnungsmodell“.

Was heißt das?

Für Kinder ist es eine große Herausforderung, sich an eine neue Umgebung zu gewöhnen und eine neue Beziehung zu fremden Personen aufzubauen. Dabei benötigen sie Hilfe und Unterstützung.

Das Ziel des „Berliner Eingewöhnungsmodells“ ist es, eine tragfähige Beziehung zwischen Fachkraft und Kind aufzubauen. Diese gibt dem Kind Sicherheit und ist die Grundlage für gelingende Bildungsprozesse. Dabei bekommen auch die Eltern einen Einblick in unsere Arbeit und die Eingewöhnung dient somit auch als Grundlage für die Erziehungs- und Bildungspartnerschaft.

Diese Form der Eingewöhnung ist ein Qualitätsstandard der Stadt Schramberg und wird deshalb in allen Einrichtungen angewandt und vertreten. Es ist sehr wichtig für Ihr Kind, eine stabile Beziehung zu der Fachkraft und den Fachkräften aufzubauen. Nehmen Sie sich diese Zeit und geben Sie Ihrem Kind die Zeit, die es braucht. Eine gute Bindung fördert das Lern- und Spielverhalten Ihres Kindes und ermöglicht diesem, zu explorieren. Deshalb ist diese Form der Eingewöhnung uns sehr wichtig und unumgänglich.

Das “Berliner Eingewöhnungsmodell“ gestaltet sich folgendermaßen:

Fünf Schritte bei der Eingewöhnung nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell (Infans)

1. Frühzeitige Information der Eltern

  • Die Eltern werden rechtzeitig über ihre Rolle bei der Eingewöhnung und den geplanten Ablauf informiert. Sie werden in ihrer Rolle als Bindungspartner gestärkt und es wird erläutert, warum die Eltern im Prozess der Eingewöhnung so wichtig sind.

2. Dreitägige Grundphase

  • Ein Elternteil kommt drei Tage lang mit dem Kind in die Einrichtung und beide bleiben für ca. 1-2 Stunden.
     
    Rolle des Elternteils:
    • eher passiv
    • drängt das Kind nicht zur Trennung
    • akzeptiert, wenn das Kind die Nähe sucht
    • schenkt dem Kind die volle Aufmerksamkeit

    Rolle der Erzieherin:
    • vorsichtige Kontaktaufnahme im Spiel
    • Beobachtung des Verhaltens zwischen Mutter und Kind

    In dieser Zeit findet kein Trennungsversuch statt!

3. Erster Trennungsversuch und vorläufige Entscheidung über die Eingewöhnungsdauer

  • Der Elternteil kommt am 4. Tag mit dem Kind in die Einrichtung, verlässt das Kind nach wenigen Minuten (ca. 30 min) mit einem deutlichen Abschied, bleibt aber stets in der Nähe.

    • Variante 1:
    Das Kind bleibt gelassen oder weint, lässt sich jedoch rasch von der Erzieherin trösten und beruhigen. Es findet nach kurzer Zeit zurück in sein Spiel.
     
    Die Erzieherin versucht selbst mit Belastungssituationen fertig zu werden. Wenige Blicke des Kindes zum Elternteil und selten, eher zufällig wirkende Körperkontakte sprechen für Variante 1.

    • Variante 2:
    Das Kind protestiert, weint und lässt sich von der Erzieherin auch nach einigen Minuten nicht trösten bzw. fängt ohne ersichtlichen Grund wieder an zu weinen.
     
    Häufiger Blick- und Körperkontakt mit dem Elternteil und heftiges Verlangen nach dessen Rückkehr.
     
    Mit dem nächsten Trennungsversuch muss einige Tage gewartet werden!

4. Stabilisierungsphase

    • Kürzere Eingewöhnungszeit
     
    Am 5. + 6. Tag langsame Ausdehnung der Trennungszeit, erste mögliche Beteiligung beim Füttern und Wickeln und Beobachtung der Reaktionen des Kindes; Elternteil bleibt in der Einrichtung.
    • Längere Eingewöhnungszeit
     
    Vom 5. – 10. Tag Stabilisierung der Beziehung zur Erzieherin;
    erneuter Trennungsversuch frühestens am 7. Tag;
    je nach Reaktion des Kindes Ausdehnung der Trennungszeit oder längere Eingewöhnungszeit (2-3 Wochen).

5. Schlussphase

  • Der Elternteil hält sich nicht mehr in der Einrichtung auf, ist aber jederzeit erreichbar. Die Eingewöhnung ist dann beendet, wenn das Kind sich schnell von der Erzieherin trösten lässt und grundsätzlich in guter Stimmung spielt.

  • Kindergarten Seilerwegle
  • Seilerwegle 16
  • 78713 Schramberg